Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Wenn bei einem Kind eine verbale Entwicklungsdyspraxie vorliegt, kann es einzelne bis hin zu fast allen Lauten nicht korrekt bilden. Hierbei handelt es sich nicht um ein Intelligenz- oder Hörproblem, denn beides ist im Regelfall vollkommen unauffällig. Es ist vielmehr eine - zumeist schwere - Sprechstörung.

Die Ursache ist eine Art Programmierproblem: Das Kind weiß genau, welches Wort es sprechen will, formuliert es korrekt in seinem Gehirn und schickt diese Information an die Artikulationswerkzeuge Lippen und Zunge. Hierbei kommt es zu einer Art "Kurzschluss", sodass die einzelnen Laute des Wortes inkorrekt oder auch gar nicht gebildet werden. Bei stark ausgeprägter VED ist das Kind überhaupt nicht in der Lage, Laute zu Wörtern aneinanderzureihen. Das Kind kann seine Artikulationsorgane nicht willkürlich und kontrolliert einsetzen.

Diese Beeinträchtigung wirkt sich auf die gesamte kindliche Sprachentwicklung (v.a. Aussprache, Satzbau, Grammatik und Wortschatz) aus - lediglich das Sprachverständnis ist im Regelfall nahezu unauffällig.

Viele betroffene Kinder haben einen langen, frustrierenden Weg hinter sich, bis schließlich die Diagnose VED festgestellt wird. Die Folgen einer nicht oder nicht ausreichend behandelten VED reichen bis hin zu einem sozialen Rückzug oder der vollständigen Vermeidung verbaler Kommunikation.

In unserer Praxis arbeiten wir unter anderem mit dem Konzept Therapie mit optimiertem Lautgestensystem (TOLGS) von Isolde Wurzer.

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